¡Es la cultura, estúpido! Die Debatten im spanischen Sprachraum werden besonders stark von den grossen Künstlern beeinflusst. Viele der vorderen Ränge im Influence-Ranking gehen an Regisseure (wie den Spanier Pedro Almodovar oder den Mexikaner Alfonso Cuaron) sowie an Schriftsteller (vom Mystiker Paulo Coelho bis zum Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa). Darin zeigt sich zum einen, wie sehr eine gemeinsame Sprache kulturell verbindet – und zum anderen, wie wenige solcher kulturellen Verbindungen in gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Debatten bestehen. Die alte Kolonialmacht Spanien ist heute in keiner Weise mehr Inspirator der lateinamerikanischen Intellektuellen – und diese, ob aus Mexiko, Chile oder Kuba, reichen in ihrer Wirkung ebenfalls kaum über die Grenzen des eigenen Staates hinaus. Erstaunlicherweise hat nicht einmal die Wahl eines argentinischen Papstes hier eine Trendwende erreicht: Franziskus liegt unauffällig auf Platz 14.